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Archäologie untergegangener Welten & Empfindsamkeiten
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Archäologie untergegangener Welten & Empfindsamkeiten

Jetzt Tickets für die Lesung Archäologie untergegangener Welten & Empfindsamkeiten mit Christian Neef und Karl Schlögel & Jáchym Topol und Serhij Zhadan sichern.

Lesungen und Gespräche

19.00 - 20.00 Uhr - Archäologie untergegangener Welten
Christian Neef und Karl Schlögel

Der Spiegel-Korrespondent und Russlandkenner Christian Neef fächert in seinem neuen Buch »Der Trompeter von Sankt Petersburg« die Saga vor uns auf: Einst war Sankt Petersburg eine schillernde Metropole und fünftgrößte Stadt der Welt, in der auch viele deutsche Monarchen, Unternehmer und Künstler der Stadt an der Newa ihr Gesicht gaben. Mit der Revolution 1917 und Stalins Herrschaft fand diese Zeit ihr Ende. Neef erzählt die Geschichte der Stadt am Beispiel von vier Lebensgeschichten, unter anderem des Trompeters Oskar Böhme, der von Stalins Geheimpolizei erschossen wurde und der Familie des Schauspielers Armin Müller-Stahl.

Mit ihm ins Gespräch kommt der Preisträger des Leipziger Buchpreises 2018 in der Kategorie Sachbuch, Karl Schlögel. Der große Osteuropa-Historiker lädt mit seiner Archäologie des Kommunismus zu einer Neuvermessung der sowjetischen Welt ein. Jedes Imperium hat seinen Sound, seinen Rhythmus, der auch dann noch fortlebt, wenn das Reich aufgehört hat zu existieren. So entsteht, hundert Jahre nach der Revolution von 1917 und ein Vierteljahrhundert nach dem Ende der Sowjetunion, das Panorama eines einzigartigen Imperiums, ohne das wir »die Zeit danach«, in der wir heute leben, 
nicht verstehen. In allem – ob im Mobiliar, im Duft des Parfums oder der Stimme des Radiosprechers – hat das »Zeitalter der Extreme« seine Spur hinterlassen.

20.30 – 21.30 Uhr - Empfindsamkeiten
Jáchym Topol und Serhij Zhadan

Als »politischer Gegenwartsroman « wurde Jáchym Topols neuer Roman in Tschechien gefeiert, der nun unter dem Titel »Ein empfindsamer Mensch« in der Übersetzung von Eva Profousová auf Deutsch erschienen ist. Angesiedelt im Jahr 2015 nimmt er eine heutige Vermessung Europas vor und verknüpft sie mit Elementen einer Road-Novel, die ihn bis ins russisch-ukrainische Kriegsgebiet führt. Mit ihm spricht der große ukrainische Lyriker, Romanautor und Musiker Serhij Zhadan. Sein jüngster Roman »Internat« handelt ebenfalls vom russisch-ukrainischen Krieg und wurde 2018 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse (Übersetzung) ausgezeichnet, ins Deutsche übertragen von Sabine Stör und Juri Durkot. In eindringlichen Bildern erzählt Serhij Zhadan, wie sich die vertraute Umgebung in ein unheimliches Territorium verwandelt: Ein junger Lehrer will seinen 13-jährigen Neffen aus dem Internat am anderen Ende der Stadt nach Hause holen; die Schule ist unter Beschuss geraten und bietet keine Sicherheit mehr. Aber durch den Ort zu kommen, in dem das zivile Leben zusammengebrochen ist, wird zur Prüfung.

Jáchym Topol, 1962 in Prag geboren und Sohn des Dramatikers Josef Topol, war nicht nur der Star des literarischen und musikalischen Underground vor 1989 sondern ist auch heute noch der bekannteste tschechische Autor seiner Generation. Als Sechzehnjähriger unterzeichnete er die Charta 77, 1985 begründete er das Underground-Magazin »Revolver Revue«. Zwischen 1989 und 1991 bereiste er als Journalist Osteuropa. 1988 erschien in Samizdat sein erster Gedichtband »Ich liebe Dich bis zum Irrsinn«. Seinen auch internationalen Durchbruch als Schriftsteller hatte er mit dem Roman »Die Schwester«. Jáchym Topol lebt in Prag. Serhij Zhadan, 1974 im Gebiet Luhansk/Ostukraine geboren, studierte Germanistik, promovierte über den ukrainischen Futurismus und gehört seit 1991 zu den prägendsten Figuren ukrainischer Literaturlandschaft. Er debütierte als 17-Jähriger und publizierte zahlreiche Gedicht- und Prosa-bände. Für »Die Erfindung des Jazz im Donbass« wurde er mit dem Jan-Michalski-Literaturpreis und mit dem Brücke-Berlin-Preis 2014 ausgezeichnet. Die BBC kürte das Werk zum »Buch des Jahrzehnts«. Serhiy Zhadan lebt in Charkiw.
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